Vor ein paar Jahren war SEO noch so etwas wie ein Strategiespiel mit klaren Regeln.
Man wusste, wo man Keywords platzieren musste, wie viele H2-Überschriften man haben durfte und dass man tunlichst nie denselben Satz doppelt schreiben sollte. Die Maschine war dumm – aber berechenbar.
Heute ist das anders.
Die Maschine ist nicht mehr dumm. Sie ist lernend, interpretierend, manchmal sogar erstaunlich einfühlsam in dem, was Menschen eigentlich meinen, wenn sie tippen: „Wie krieg ich meinen Garten winterfest?“ oder „Warum fühlt sich mein Job plötzlich so komisch an?“
Die neue Suchmaschinenwelt funktioniert nicht mehr wie ein Wörterbuch, sondern wie ein Gespräch.
Google verwendet seit Jahren KI-Modelle wie BERT, MUM oder Gemini. Microsoft integriert OpenAI direkt in Bing. Und längst sind auch Chatbots wie ChatGPT, Perplexity oder Claude Teil dieser Suchlandschaft. Man fragt – sie antworten. Nicht mit Links, sondern mit Bedeutungen.
Das hat Konsequenzen. Große.
1. Von Keywords zu Kontexten
Früher: „SEO Tipps 2024“ musste genau so im Text stehen.
Heute: Die KI erkennt, dass auch „Wie optimiere ich meine Webseite für Suchmaschinen?“ dasselbe meint.
Bedeutung schlägt Syntax. Das heißt für uns: Inhalte sollten nicht für Algorithmen geschrieben sein, sondern für Menschen, die etwas verstehen oder entscheiden wollen.
2. Von Content zu Haltung
KI erkennt inzwischen Tonalität, Kohärenz und Glaubwürdigkeit.
Das mag unheimlich klingen – ist aber auch eine Einladung:
Wenn du etwas schreibst, das wirklich dein Denken zeigt, wird die KI es erkennen.
Heinz von Foerster hätte vielleicht gesagt: „Der Beobachter wird Teil des Beobachteten.“
Oder anders formuliert: Deine Art, über die Welt zu sprechen, gestaltet, wie die Maschine dich findet.
3. Von Ranking zu Resonanz
Das klassische „Ranking“ – also wer auf Platz 1 steht – verliert an Bedeutung.
Warum? Weil Nutzer:innen immer häufiger Antworten wollen, nicht Listen.
Und KI liefert genau das.
Darum ist die entscheidende Frage nicht mehr:
Wie komme ich auf Seite 1?
Sondern:
Wie kann mein Inhalt in einem Gespräch mitschwingen, das jemand gerade mit einer KI führt?
Das ist der neue Resonanzraum der digitalen Kommunikation.
Und wer darin sichtbar bleiben will, sollte nicht lauter werden, sondern verständlicher.
4. Was das praktisch heißt:
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Schreibe für Menschen, nicht für Maschinen.
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Beantworte echte Fragen, nicht hypothetische Keywords.
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Verwende klare, natürliche Sprache.
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Baue Expertise auf – aber erkläre sie, als würdest du sie einem Freund erzählen.
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Und vergiss nicht: Jede gute Suchmaschine sucht eigentlich nach Sinn.🌱 Schlussgedanke:
Vielleicht erleben wir gerade das Ende der klassischen SEO – und den Beginn von etwas Spannenderem: einer Kommunikation, in der Maschinen nur noch der Spiegel sind.
Sie spiegeln nicht, was wir schreiben, sondern wie wir denken.
Oder, um es mit Foerster zu sagen:
„Wenn du verstehen willst, was die Maschine sieht, musst du verstehen, was du ihr gezeigt hast.“