Warum ich mit mehreren KIs arbeite – und wie ich dabei den Überblick behalte

Wer mit mir arbeitet, weiß: Ich nutze Künstliche Intelligenz nicht als Spielerei, sondern als Werkzeug, Denkpartner und manchmal auch als Spiegel. In meinen Projekten – ob in der Organisationsentwicklung, beim Webdesign oder in der digitalen Transformation – laufen heute fast immer mehrere KI-Systeme parallel. Das klingt erstmal chaotisch. Ist es aber nicht – zumindest nicht mehr.

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Mehrere KIs – mehrere Rollen

Ich nutze verschiedene Systeme, weil sie unterschiedliche Stärken haben.

  • ChatGPT ist mein Architekt und Mitdenker.
    Hier plane ich Projekte, strukturiere Prozesse, schreibe Texte, entwickle Konzepte oder Plugins.
    ChatGPT hilft mir, Ordnung in komplexe Ideen zu bringen und sie so zu dokumentieren, dass ich Wochen später wieder einsteigen kann.

  • GitHub Copilot ist eher der Handwerker.
    Direkt im Code-Editor schlägt er kleine Verbesserungen oder ganze Funktionsblöcke vor.
    Er denkt nicht viel nach – er baut einfach schnell.

  • Claude und Gemini sind für mich die Berater von außen.
    Sie schauen auf Texte, Logiken oder Ideen aus einem anderen Blickwinkel.
    Manchmal haben sie gute Hinweise, manchmal nicht – aber sie helfen mir, meine Entscheidungen zu prüfen.

Das eigentliche Problem: Zu viele Stimmen im Kopf

Wenn man mit mehreren KI-Systemen arbeitet, kann es schnell passieren, dass man den Überblick verliert:
Was kam von wem? Welche Empfehlung habe ich übernommen? Warum habe ich eine Entscheidung getroffen?

Früher habe ich mich oft dabei ertappt, denselben Gedanken in drei verschiedenen Chats weiterzuentwickeln – und am Ende wusste keiner mehr, welcher der aktuelle war.

Die Lösung: Ein zentrales Bezugssystem

Irgendwann wurde mir klar: Ich brauche ein Bezugssystem – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Also habe ich begonnen, all meine Projekte in einem festen Rahmen zu dokumentieren:
Ich lege für jedes Projekt einen strukturierten Ordner an, in dem genau festgehalten ist:

  • welche Idee woher kam,

  • welche KI beteiligt war,

  • und wie daraus eine stabile Struktur geworden ist.

Diese Dokumentation ist inzwischen mein mentales Zuhause.
ChatGPT arbeitet darin mit – aber es gehört mir.
Wenn ich also zu einem Projekt zurückkehre, kann ich nachlesen, warum etwas so ist, wie es ist – statt es neu erraten zu müssen.

Der Wechsel zwischen Mensch und Maschine

Die eigentliche Kunst ist für mich nicht, mit KI zu arbeiten, sondern mit mehreren KIs zu kooperieren, ohne meine eigene Stimme zu verlieren.

Ich sehe ChatGPT, Claude oder Copilot nicht als „Kollegen“, sondern als Werkzeuge mit Charakter:

  • Der eine ist gründlich,

  • der andere spontan,

  • der dritte überambitioniert.

Ich bin derjenige, der entscheidet, wessen Impuls in das System darf – und was draußen bleibt.

Was das mit Organisationsentwicklung zu tun hat

Das Spannende: Genau dasselbe passiert in Organisationen.
Wenn viele Menschen (oder Systeme) zusammenarbeiten, entsteht schnell Informationsrauschen.
Erst durch Struktur, Rollen und gemeinsame Bezugspunkte wird aus Vielfalt Orientierung.

Meine KI-Projekte sind so etwas wie ein Labor dafür:
Wie koordiniert man unterschiedliche Perspektiven, ohne sich zu verlieren?
Wie bleibt man anschlussfähig, auch wenn sich alles ständig verändert?

Fazit

Ich glaube, wir stehen gerade an einem Punkt, an dem KI nicht mehr das „Neue“ ist, sondern das Normale.
Die Frage ist nicht mehr, ob man mit KI arbeitet, sondern wie bewusst man das tut.

Für mich bedeutet das:

  • Ich lasse KI nicht für mich denken, sondern mit mir.

  • Ich strukturiere, bevor ich automatisiere.

  • Und ich dokumentiere, bevor ich vergesse.

So entsteht nicht nur Code, sondern Klarheit – und genau das ist der Unterschied zwischen schneller Technik und nachhaltiger Entwicklung.

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